Dacharten im Überblick

 

Flachdach

Unter einem Flachdach versteht man eine Dachfläche, die eine Neigung von 2-20° haben kann. Ab einem Gefälle über 20° Spricht man von einem Steildach. Das Flachdach hat in südlichen Ländern eine lange Tradition. In unseren Breiten hat sich zwar, wegen der größeren Niederschlagsmenge, die Tradition des Steildachs etabliert, dennoch sind mittlerweile viele Häuser flach gedeckt.

Ein Haus mit einem Flachdach hat natürlich ein ganz anderes äußeres als eines mit Steildach und ist deshalb auch Geschmackssache. Während das Steildach als Abbild der Urhütte seine Grundständigkeit und Funktion des Schutzes vor allen Widrigkeiten, die einen Menschen gefährden, unmissverständlich zum Ausdruck bringt, betont ein Flachdach eher die Form des Baukörpers selbst und drückt vor allem seine Funktion des Tragens von Lasten aus.

Ein Flachdach kann begehbar sein und als erhöhte Terrasse reizvoll Räume ins Freie erweitern. Gern werden Anbauten an Steildachhäuser als Flachfächer ausgeführt, um das Dach dann als Terrasse zu nutzen und eben diesen reizvollen Effekt zu erhalten. Unter einem Flachdach kann ein Raum immer besser ausgenutzt werden, da es keine schiefen Wände und nicht die schlecht zu nutzenden Zwickel zwischen Dach und Boden gibt. Konstruiert werden Flachdächer mit Balken (Holz, Stahl, Stahlbeton) oder mit Platten (Holz, Stahlbeton). Dabei werden drei Typen von Flachdächern unterschieden: nicht belüftetes Dach (Warmdach), nicht belüftetes Umkehrdach und belüftetes Dach (Kaltdach). Wer ein Flachdach will, muss darauf achten, dass er es mit kompetenten Ausführungsfirmen zu tun hat und natürlich auf einen ausgebauten Dachraum oder dem Dachboden als Stauraum verzichten.

Viele Bauherren schrecken dennoch vor einem Flachdach zurück, weil es in Flachdächer ein nicht ungerechtfertigtes Misstrauen gibt. Dieses Misstrauen rührt aus den Anfängen des Flachdaches in unseren Breiten in den 20er Jahren her, wo tatsächlich noch wenig gute Materialien mit den Anforderungen der Moderne kollidierten. Häufige Mängel und Schäden haben den Eindruck verfestigt, das Flachdach sei unsicher und teuer, was die Vorteile eines flachen Daches natürlich minimal werden lässt. Doch dank moderner Materialien und Bautechniken kann heute das Flachdach in jeder Region bestehen. Technisch gesehen ist die Dichtigkeit bei Flachdächern kein Problem, wenn die Arbeit fachgerecht ausgeführt wird und ein Gefälle von mindestens 2% eingehalten wird. Wie die Statistiken zeigen, gehen Schäden an Flachdächern fast immer auf Fehler in der Planung, mangelhaftes Material oder Fehler in der Ausführung zurück. Gut gefertigte Flachdächer sind genauso zuverlässig wie geneigte Dächer.

 

Steildach

Unter dem Sammelbegriff Steildach findet sich eine Vielzahl an Dachformen. Steildächer haben eine sehr lange Tradition von der steinzeitlichen Urbehausung bis in unsere Zeit baut der Mensch Steildächer. Allen gemeinsam ist, dass einige oder alle ihrer Flächen über 20° geneigt sind und sie einen mehr oder weniger gut brauchbaren Raum unter sich einschließen. Sie werden in der Regel mit hölzernen Stabkonstruktionen errichtet. Man unterscheidet generell zwischen Sparren- und Pfettendächern, doch Mischkonstruktionen sind häufig und weit verbreitet. Sparrendächer haben den Vorteil, einen stützenfreien Raum in sich einzuschließen, der völlig frei zu beplanen ist. Anders verhält es sich bei Pfettendächern, dort gliedern Stützen, auf denen die Pfetten ruhen, den Raum. Massive Steildächer sind historisch nur in Form von Kuppeln und Gewölben bekannt, die nur in Großbauwerken wie Kirchen und bei Prestigebauwerken zur Anwendung kamen. Seit der Erfindung des Stahlbetons sind aber auch massive Steildächer aus Platten möglich, deren Vorteil das behagliche Innenraumklima ist, was ja ein genereller Vorzug der Massivbauweise ist. Massive Steildächer werden oft bei Betonfertigteil- und Systemhäusern angeboten. Unsere übersicht stellt ihnen eine Reihe von Dachtypen vor.

 

Pultdach

Ein Pultdach ist, wie das Satteldach, ebenfalls sehr einfach und wirtschaftlich. Es besteht aus einer einzelnen geneigten Fläche. Gern werden auch zwei Pultdächer kombiniert und höhenversetzt gegeneinander gestellt wodurch zusätzliche Öffnungen für Lichtbänder entstehen. Das Pultdach gewinnt zunehmend beim Passivhausbau an Bedeutung.

 

Satteldach

Das Satteldach ist, wegen seiner Einfachheit, die am weitesten verbreitete Form. Es ist gekennzeichnet durch zwei gegeneinander geneigte Dachflächen an deren Anfang und Ende jeweils ein Giebel steht. Das Satteldach kann als Pfettendach oder als Sparrendach konstruiert sein. Es ist aufgrund seiner Einfachheit sehr wirtschaftlich und lässt sich an den Giebelseiten sehr einfach belichten. Sehr hohe Satteldächer lassen sich besser ausnutzen, wenn man zwischen den Sparren Kehlbalken einsetzt, auf denen man eine weitere Decke einziehen kann.

 

Walmdach

Das Walmdach unterscheidet sich vom Satteldach durch das Fehlen der markanten Giebel. Es hat an allen Seiten des Hauses geneigte Dachflächen, die mit einander verschneiden und an den entstehenden Schnittkanten Grate bilden. Giebelwände entfallen somit und das Haus ist besser geschützt. Der Dachraum verkleinert sich und ist weniger gut nutzbar.

 

Krüppelwalmdach

Ausgehend vom Walmdach sind beim Krüppelwalmdach nur die Giebelspitzen mit geneigten Dachflächen versehen. Ein großer Teil der Giebelfläche bleibt durch dieses Hochsetzen der Traufhöhe erhalten und somit auch die Möglichkeit den Dachraum von dort her zu belichten. Das Krüppelwalmdach stellt einen Kompromiss zwischen Walmdach und Satteldach dar. Sowohl die Dachfunktion als auch die Nutzbarkeit sind optimal.

 

Mansarddach

Ein Mansardedach hat ein- oder mehrfach geknickte Dachflächen, wodurch Dachflächen mit unterschiedlichen Neigungen entstehen. Die unteren Dachflächen sind steiler als die oberen. Es kann sowohl die Grundform eines Satteldaches als auch die eines Walmdaches haben. Seine Konstruktion ist aufwendiger aber durch sie vergrößert sich der Innenraum, der sich zudem noch wesentlich besser ausnutzen lässt. Das Mansardedach wird häufig in Mischkonstruktionen mit dem Walmdach errichtet. Daraus ergeben sich weitere Ausformungen wie das Mansardewalmdach, Mansardedach mit Fußwalm, Mansardedach mit Schopf und Fußwalmdach.

 

Schleppdach

Weit über die Außenwände kragende Dachflächen oder Verlängerungen von Dachflächen, die eventuell außerhalb der Außenwände aufgelagert sind nennt man Schleppdächer. Die Auskragung kann sowohl zum Gefälle hin, als auch zum Giebel hin gerichtet sein. Schleppdächer dienen meistens der trockenen Lagerung von Materialien oder zum geschützten Unterstellen von Geräten und Fahrzeugen.

 

Tonnendach

Das Tonnendach bildet im Profil einen Halbkreis. Aber auch andere gekrümmte Profile, wie eine Parabel- oder Ellipsenform, kommen vor. Es wird entweder aus Mauerwerk als Gewölbe oder aus gekrümmten Stäben als Sparrenlage konstruiert. Belichtung und Innenraumnutzung ist optimal bei dieser Dachform, weil die Dachfläche beinahe senkrecht am Traufpunkt auftrifft. Zudem hat ein solches Dach die geringst mögliche Oberfläche, was Material und Kosten spart. In der Regel werden solche Dächer mit Metallblechen gedeckt. In niederschlagsarmen Regionen werden sie aber auch mit Ziegeln gedeckt.